BITKOM zu Bewerbung: Mit Social Media ins Abseits – oder zum Traumjob 

Dezember 27, 2022

Der eigene Auftritt in sozialen Netzwerken kann der Türöffner zum Traumjob sein – oder alle Chancen zunichtemachen. Jedes sechste Unternehmen (16 Prozent) hat schon einmal Bewerberinnen oder Bewerber wegen ihres Social-Media-Profils eingestellt. Aber knapp jedes Fünfte (19 Prozent) hat auch schon einmal Kandidatinnen und Kandidaten aufgrund ihres Auftritts in sozialen Netzwerken aussortiert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 854 Unternehmen aller Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Unternehmen versuchen sich von ihren künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein möglichst umfassendes Bild zu machen. Dazu gehört heute für viele auch ein Blick auf die öffentlich zugänglichen Online-Profile“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Auftritt in sozialen Netzwerken verrät häufig mehr über einen Menschen als Bewerbungsschreiben oder Zeugnisse.“

Active Sourcing ist für größere Unternehmen Standard
Viele Unternehmen suchen Kandidatinnen und Kandidaten für offene Stellen inzwischen gezielt auf Social Media oder in Business-Netzwerken. Dieses sogenannte Active Sourcing nutzt jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent), vor einem Jahr waren es erst 12 Prozent. Insbesondere bei den größeren Unternehmen gehört Active Sourcing heute zum Standard. 40 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten sucht gezielt in sozialen Netzwerken, bei größeren Arbeitgebern ab 250 Beschäftigten sind es sogar fast drei Viertel (72 Prozent).

Fokus liegt auf fachlicher Qualifikation – aber auch Hobbys und Politik spielen eine Rolle
Fast alle Unternehmen (97 Prozent), die auf Active Sourcing  setzen, sehen sich dabei auf beruflich ausgerichteten Netzwerken um wie Xing oder LinkedIn, das morgen vor 20 Jahren gegründet wurde . Rund jedes zweite Unternehmen (52 Prozent) schaut aber auch auf andere soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube.  Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die fachliche Qualifikation (98 Prozent) sowie Äußerungen zum eigenen Unternehmen oder zu Wettbewerbern (94 Prozent). Zudem interessieren die Stationen im Lebenslauf (88 Prozent) sowie ganz allgemein Äußerungen zu Fachthemen (76 Prozent). 4 von 10 Unternehmen achten auf die Qualität der Kontakte (44 Prozent), die Anzahl der Kontakte spielt dagegen nur für 14 Prozent eine Rolle. Jeweils rund ein Drittel schaut sich Hobbys und private Aktivitäten (37 Prozent) sowie Fotos (35 Prozent) an. Rund jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) will sich so auch ein Bild über die politischen Ansichten der Bewerberinnen und Bewerber machen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 854 Unternehmen ab 3 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft. Die Fragestellung lautete: „Wie finden angehende Mitarbeitende den Weg zu einer Stelle in Ihrem Unternehmen?“, „Sie haben angegeben, dass Sie vakante Stellen über Active Sourcing versuchen zu besetzen. Wo genau suchen Sie im Internet nach Personal?“, „Worauf achten Sie in den Profilen der potenziellen Kandidaten und Kandidatinnen besonders, wenn Sie über Active Sourcing versuchen Stellen zu besetzen?“ und „Haben Sie schonmal Bewerberinnen oder Bewerber auf Grund Ihres Social Media-Auftrittes eingestellt oder abgelehnt?“

Related Articles

„E-Wallet“: US-Banken rüsten gegen PayPal

„E-Wallet“: US-Banken rüsten gegen PayPal

Gemeinsames digitales Bezahlsystem soll auch Anbietern wie Apple Pay Konkurrenz machen  Die größten Banken der USA wollen gemeinsam eine elektronische Geldbörse etablieren, die es mit Konkurrenten wie Apple Pay (https://www.apple.com/at/apple-pay/) und PayPal...

Gehstock 2.0 für Sehbehinderte findet Müsli

Gehstock 2.0 für Sehbehinderte findet Müsli

Ein intelligenter Gehstock von Forschern der University of Colorado Boulder (https://www.colorado.edu) soll Blinden und Sehbehinderten das Leben leichter machen. Er ist mit einer Kamera und einer Software ausgestattet, die Bilder auswerten kann. Zudem kann der Nutzer...