„Die Schmiede für zukünftiges Feuerwehrpersonal“

Oktober 10, 2022

Peter Beuth weiht neues Ausbildungszentrum für die hessischen Jugendfeuerwehren in Marburg ein / Land investierte 6,5 Millionen Euro 

Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat heute das neue Jugendfeuerwehrausbildungszentrum (JFAZ) in Marburg-Cappel offiziell eingeweiht. Der erste Bauabschnitt der Außenstelle der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS) ist bereits im Jahr 2020 fertiggestellt worden, konnte pandemiebedingt aber noch nicht offiziell eingeweiht werden. Mit dem Neubau des JFAZ verfügt das Land über eine moderne Aus- und Fortbildungsstätte für die Arbeit der hessischen Jugendfeuerwehren. Zugleich dient das JFAZ als neue Heimstätte der Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr.

„Unsere Jugendfeuerwehren sind die Nachwuchsschmieden des Brandschutzes in Hessen. In ihnen wird der Grundstein für die Feuerwehren von morgen gelegt. Wer sich bereits in jungen Jahren im Feuerwehrnachwuchsbereich engagiert, geht einer ungemein wertvollen und sinnstiftenden Freizeitmöglichkeit nach, welche Kompetenzen wie Teamwork, Toleranz und Respekt vermittelt. Es ist alles andere als selbstverständlich, dass junge Menschen einen Teil ihrer Freizeit dafür nutzen, um sich mit den Grundlagen der Brandbekämpfung vertraut zu machen. Dieses Engagement verdient daher die volle Unterstützung der Hessischen Landesregierung. Mit dem rund 6,5 Millionen Euro teuren Neubau des JFAZ am Standort Marburg-Cappel schaffen wir ein modernes Aus- und Fortbildungszentrum, welches unmittelbar den rund 6.000 Betreuerinnen und Betreuer im Nachwuchsbereich dient, die freiwillig und unentgeltlich rund 26.500 Jugendliche in 2.000 Nachwuchsabteilungen der hessischen Jugendfeuerwehren betreuen. Hinzu kommen weitere fast 15.000 Kinder in den Kinderfeuerwehren. Das Ausbildungszentrum ist nicht weniger als die Zukunftsschmiede unserer Feuerwehren und von herausragender Bedeutung für die Ausbildung unserer Jugendfeuerwehrwartinnen und -warte sowie der Betreuerinnen und Betreuer. Das JFAZ wird Antriebsfeder und Impulsgeber für eine zeitgemäße und altersgerechte Ausbildung der Kinder und Jugendlichen der Nachwuchsfeuerwehren in Hessen sein. Mit der Integration der Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr in den Neubau übernehmen wir zudem jenen Synergieeffekt, den wir schon in den alten Räumlichkeiten des JFAZ so erfolgreich geschaffen haben. Damit unterstützen wir die Arbeit der Hessischen Jugendfeuerwehr als Herz und Hirn der Nachwuchsarbeit in den hessischen Feuerwehren“, so Innenminister Peter Beuth.

Norbert Fischer, neuer Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, hob im Rahmen der Einweihungsfeier die Bedeutung des JFAZ für die hessischen Jugendfeuerwehren hervor: „Das Jugendfeuerwehrausbildungszentrum in Marburg-Cappel ist ein Garant für eine fundierte Jugendarbeit in den hessischen Feuerwehren und für die Ausbildung unserer Jugendfeuerwehrverantwortlichen sowie für den Bereich der Kinderfeuerwehr hessenweit von unschätzbarem Wert. Zugleich ermöglicht das Land hier die Unterbringung der Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr. Für dieses symbiotische Miteinander bin ich dem Land sehr dankbar“, so Fischer.

Jugendfeuerwehren in Hessen mit Mitgliederplus

Der Brand- und Katastrophenschutz ist für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Hessen von unschätzbarem Wert. Die weit überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte sorgen für Sicherheit und Schutz in so vielen Bereichen der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr. In Hessen gibt es mehr als 70.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in rund 2.430 Feuerwehren. In den Kinder- und Jugendfeuerwehren sind rund 6.000 ehrenamtliche Kinder- und Jugendbetreuer engagiert, die freiwillig und unentgeltlich rund 37.000 Kinder und Jugendliche in 2.000 Nachwuchsabteilungen der Jugendfeuerwehren betreuen. Dass die Nachwuchsarbeit in den Feuerwehren in Hessen auf einem guten Weg ist und sich das Engagement lohnt, belegen aktuelle Zahlen: Bis 2019 stiegen die Mitgliederzahlen im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehren in Hessen an. Nachdem die Mitgliederzahlen im ersten Pandemiejahr 2020 zurückgegangen waren, verzeichnete der Feuerwehr-Nachwuchs bereits im vergangenen 2021 wieder ein leichtes Mitgliederplus von rund drei Prozent.

Insgesamt 72 Unterkunftsplätze nach Endausbau

Neben den Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich der Jugendarbeit werden im JFAZ weitere nicht-feuerwehrtechnische Lehrgänge angeboten, sodass die Ausbildungskapazitäten des Hauptsitzes der HLFS in Kassel spürbar entlastet werden. Dazu gehören insbesondere Lehrgänge im Bereich der Brandschutzerziehung und -aufklärung.

Im Rahmen des ersten Bauabschnittes wurden vier der bereits bestehenden Häuser auf dem Gelände einer 2015 errichteten Flüchtlingsunterkunft zu Unterkunftsgebäuden, Lehrsälen, einem Speiseraum inkl. einer Speiseausgabestelle sowie zur Geschäftsstelle der HJF und zur Nutzung einer Hausmeisterwohnung umgebaut. Hierdurch konnten insgesamt 43 Unterkunftsplätze und zwei Referentenzimmer geschaffen werden. In einem weiteren Bauabschnitt, der zeitnah beginnen soll, ist die Errichtung eines Neubaus zur Aufnahme des erweiterten Bedarfs an Lehrsälen, eines Speiseraumes und einer reduzierten Vollküche sowie der Außenanlage geplant. Ebenfalls soll der Restumbau des letzten Bestandsgebäudes durchgeführt werden. Nach Fertigstellung dann insgesamt 72 Unterkunftsplätze zur Verfügung stehen.

Investitionen in den Brandschutz sollen bis 2024 auf 45 Millionen steigen

Hessen unterstützt das Engagement in den Feuerwehren bereits seit Jahren mit Rekordmitteln. Dabei wurde das Budget von Jahr zu Jahr angehoben. 2021 betrug die Garantiesumme 42 Millionen Euro. In diesem Jahr stellt die Landesregierung 43 Millionen Euro zur Verfügung. Der aktuelle Haushaltsentwurf der Landesregierung für die beiden Jahre 2023/2024 sieht erneut zusätzliche Investitionen vor. Bis 2024 sollen die jährlichen Ausgaben für den Brandschutz in Hessen auf 45 Millionen ansteigen.

Jugendfeuerwehrimagekampagne und Unterstützung über zahlreiche Materialien

Neben Investitionen für die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sowie den Neu- und Ausbau von Feuerwehrhäusern im Land stärkt Hessen die Jugendfeuerwehren durch das Landesprogramm „Mehr Feuerwehr in Schulen“, die Jugendfeuerwehrimagekampagne zur Nachwuchsgewinnung (1+1=2) und stellt für die Unterstützung der wertvollen Arbeit der Brandschutzerzieherinnen und -erzieher kostenlose Schulungsmaterialien (Comics, Malbücher, Hampelmänner zum Basteln, Hausaufgabenhefte, Kinderfinder für die Zielgruppe der Jugendfeuer-wehr/Kinderfeuerwehr und mehr) zur Verfügung.

Bildbeschreibung (v.l.n.r.): Norbert Fischer (Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen), Erwin Baumann (Direktor der HLFS), Thomas Platte (Direktor des LBIH), Peter Beuth (Staatsminister), Markus Potthof (Geschäftsführer HJF), Dr. Thomas Spies (Oberbürgermeister der Stadt Marburg) und Dr. Ralf Ackermann (Ehrepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen).

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