Security Essen 2026: Drohnenabwehr und vernetzte Gefahrenabwehr rücken in den Fokus

September 1, 2026

Die Security Essen setzt vom 22. bis 25. September 2026 einen Schwerpunkt auf neue Bedrohungsszenarien für kritische Infrastrukturen. Mit der Europäischen Drohnen-Fachtagung und dem erstmals veranstalteten Blaulichtforum bringt die Messe Sicherheitswirtschaft, Behörden, Betreiber kritischer Infrastrukturen sowie Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zusammen. Im Mittelpunkt stehen Drohnendetektion und -abwehr, hybride Bedrohungen sowie die organisationsübergreifende Zusammenarbeit in komplexen Einsatzlagen.

Die Bedrohungslage für kritische Infrastrukturen verändert sich spürbar. Drohnen stehen dabei exemplarisch für Technologien, deren sicherheitsrelevante Bedeutung in kurzer Zeit stark gewachsen ist. Das Spektrum reicht von unerlaubten Überflügen und Spionage bis zu Sabotage- und Angriffsszenarien.

Wie konkret diese Risiken inzwischen sind, zeigte Anfang August der Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle. Die Bundesregierung machte am 1. September Russland für den versuchten Angriff verantwortlich. Der Vorfall unterstreicht die zunehmende Bedeutung technischer Detektion, schneller Lagebewertung und belastbarer Abwehrkonzepte insbesondere an sicherheitskritischen Standorten.

Vor diesem Hintergrund widmet die Security Essen 2026 dem Thema Drohnen einen eigenen fachlichen Schwerpunkt. Die Europäische Drohnen-Fachtagung findet am 23. und 24. September statt und bringt Vertreter aus Sicherheitswirtschaft, Behörden, Forschung, Politik und Industrie zusammen. Ziel ist besonders eine stärkere interdisziplinäre Vernetzung, um rechtliche Rahmenbedingungen, Einsatzmöglichkeiten und tragfähige Schutzkonzepte gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Veranstaltung wird vom Fachausschuss Drohnen des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft BDSW gemeinsam mit der Security Essen organisiert; auch europäische Perspektiven werden in das Programm einbezogen.

Von der Drohnennutzung bis zur Abwehr

Das Programm zeigt, wie breit das Thema inzwischen für die Sicherheitsbranche geworden ist. Drohnen sind auf der einen Seite selbst ein Instrument für Schutz- und Sicherheitsaufgaben. Sie können große Areale überwachen, kritische Infrastruktur inspizieren, Einsatzkräfte bei der Lageerkundung unterstützen oder schwer zugängliche Bereiche kontrollieren. Auf der anderen Seite wächst der Bedarf an Systemen, die unautorisierte Drohnen frühzeitig erkennen, klassifizieren und gegebenenfalls Abwehrmaßnahmen einleiten können.

Entsprechend behandeln die Fachvorträge sowohl operative und regulatorische Fragestellungen als auch Detektions- und Abwehrtechnologien. Cornelius Toussaint, Vizepräsident des BDSW und Vorsitzender des Fachausschusses Drohnen, ordnet die Entwicklung von Security und Drohnentechnologie in Deutschland ein. Marcus Schermann von DB Sicherheit zeigt am Beispiel des Multicopter-Einsatzes, welche Rolle unbemannte Systeme beim Schutz kritischer Infrastruktur übernehmen können. Weitere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit europäischem und nationalem Luftfahrtrecht, Forschung und Entwicklung, der Ausbildung von Drohnenpiloten sowie den Anforderungen an Flüge außerhalb der direkten Sichtweite – sogenannte BVLOS-Einsätze.

Die sicherheitstechnische Gegenperspektive gewinnt dabei zunehmend an Gewicht. Auf dem Messeprogramm stehen auch Lösungen für skalierbare Drohnendetektion sowie Erfahrungen aus dem KRITIS-Umfeld. Damit verschiebt sich die Diskussion von der Frage, ob Betreiber sich mit unerwünschten Drohnen beschäftigen müssen, zunehmend hin zu der Frage, wie Detektion, Bewertung und Reaktion organisatorisch und technisch miteinander verbunden werden können.

Neues Blaulichtforum verbindet Sicherheitswirtschaft und BOS

Eine zweite Säule des Rahmenprogramms bildet das neue Blaulichtforum, das am 22. September erstmals auf der Security Essen stattfindet. In Zusammenarbeit mit Feuerwehr-Magazin und Rettungs-Magazin bringt das Format Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Bevölkerungsschutz, Sicherheitswirtschaft, Behörden und Defence zusammen.

Thematisch geht es bewusst über klassische Objektsicherung hinaus. Diskutiert werden der Schutz von Feuerwehrhäusern und anderen BOS-Liegenschaften vor Brand, Einbruch und Sabotage ebenso wie der Einsatz von Drohnen und autonomen Systemen, CBRNE-Szenarien, hybride Bedrohungen sowie moderne Leitstellen- und Kommunikationstechnik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie unterschiedliche Organisationen im Ernstfall zu einem gemeinsamen Lagebild gelangen und ihre Entscheidungen koordinieren können.

Gerade bei Großschadenslagen und hybriden Angriffsszenarien gewinnt diese Zusammenarbeit an Bedeutung. Technische Systeme können Ereignisse detektieren und Daten bereitstellen – ihre Wirkung entfalten sie jedoch erst, wenn Informationen organisationsübergreifend bewertet und daraus abgestimmte Maßnahmen abgeleitet werden. Das Blaulichtforum greift deshalb auch die zivil-militärische Zusammenarbeit auf und thematisiert, welche Rollen Feuerwehr, Bundeswehr und weitere Akteure bei komplexen Einsatzlagen übernehmen.

Sicherheit wird zur Vernetzungsaufgabe

Mit den beiden Formaten greift die Security Essen eine Entwicklung auf, die für Betreiber kritischer Infrastrukturen zunehmend bestimmend wird: Einzelne Sicherheitslösungen reichen bei komplexen Bedrohungslagen immer weniger aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Sensorik, Detektion, Kommunikation, Lagebewertung und organisatorischen Reaktionsstrukturen.

Auch das weitere Rahmenprogramm der Messe folgt diesem Ansatz. Neben der Europäischen Drohnen-Fachtagung und dem Blaulichtforum gehören unter anderem die DNS Digital Networking Security Conference, der Tag der Banken und Sparkassen, das Security Experts Forum und ein eigener KRITIS-Schwerpunkt zum Programm der Security Essen 2026.

Die Fachveranstaltungen ergänzen damit die Produktausstellung um eine Ebene, die angesichts aktueller Bedrohungsszenarien immer wichtiger wird: den Austausch darüber, wie verfügbare Technologien in belastbare Sicherheitskonzepte überführt werden können. Nach Angaben der Messe sind die Fachtagungen bereits im Eintritt zur Security Essen enthalten.

Die Security Essen findet vom 22. bis 25. September 2026 in der Messe Essen statt.

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