Die internationale Sicherheits- und Verteidigungsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Moderne Konfliktszenarien, hybride Bedrohungen und die zunehmende Verbreitung unbemannter Systeme verändern die Anforderungen an Streitkräfte und Sicherheitsbehörden gleichermaßen. Entsprechend groß war das Interesse an integrierten Drohnen- und Counter-UAS-Lösungen auf der diesjährigen Eurosatory 2026 in Paris. Einen besonderen Akzent setzte dabei der gemeinsame Messeauftritt von Germandrones, CONDOR International & Maritime Services und Tensar Systems, die ihre Kompetenzen erstmals als integrierter Lösungsverbund präsentierten.
Gemeinsamer Auftritt stärkt Sichtbarkeit des Mittelstands
Mit mehr als 62.000 Fachbesuchern zählt die Eurosatory zu den wichtigsten internationalen Plattformen für Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien. Unter dem Dach des Deutschen Pavillons, organisiert durch den Bundesverband der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, nutzten die drei Unternehmen die Gelegenheit, ihre komplementären Technologien als durchgängiges Gesamtkonzept zu präsentieren.
Der gemeinsame Messeauftritt erwies sich dabei als strategischer Vorteil. Statt einzelner Produktlösungen stand ein integrierter Ansatz im Mittelpunkt, der Aufklärung, Sensorik, Lagebildführung sowie Drohnendetektion und -abwehr miteinander verbindet. Die Resonanz fiel entsprechend positiv aus. Zahlreiche Gespräche mit internationalen Beschaffern, Behörden und Industriepartnern führten zu konkreten Projektanfragen und neuen Kooperationsmöglichkeiten.
„Allein die Größe der Messe und die Anzahl der Ausstellenden sowie Besuchenden sind überwältigend. Darauf fußen viele unserer vielversprechenden Gespräche“, erklärt Dr. Klaus Scho, Geschäftsführer von Germandrones.
Europäische Technologien gewinnen an Bedeutung
Der Zeitpunkt für den gemeinsamen Marktauftritt könnte kaum günstiger sein. Die sicherheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben den Bedarf an leistungsfähigen Drohnensystemen sowie wirksamen Counter-UAS-Technologien erheblich erhöht. Gleichzeitig wächst bei vielen europäischen und internationalen Beschaffern das Interesse an technologisch unabhängigen Lösungen aus europäischer Entwicklung.
Neben hoher Ingenieursqualität und Zuverlässigkeit gewinnen dabei insbesondere praktische Einsatzerfahrungen an Bedeutung. Nach Angaben von Germandrones fließen Erkenntnisse aus dem Einsatz der Systeme in der Ukraine ebenso in die Weiterentwicklung ein wie Erfahrungen aus Anwendungen bei Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sowie militärischen Nutzern.
Komplettes Portfolio von der Aufklärung bis zur Abwehr
Im Mittelpunkt des Messeauftritts standen die sich ergänzenden Fähigkeiten der drei Unternehmen.
Germandrones präsentierte mit dem einsatzerprobten Songbird ein unbemanntes Luftfahrzeug für Aufklärungsmissionen. Die Plattform liefert hochauflösende Luftbilder und Echtzeitinformationen für militärische sowie sicherheitsbehördliche Einsätze.
CONDOR IMS erweitert dieses Portfolio künftig um Lösungen zur Drohnendetektion sowie mit der mehrfach wiederverwendbaren Abwehrdrohne FLEA um eine Technologie zur aktiven Bekämpfung unbemannter Flugobjekte.
Tensar Systems ergänzte das Gesamtkonzept mit einem leistungsfähigen Command-and-Control-Layer (C2), der Informationen aus Luft- und Bodensensoren in Echtzeit zu einem einheitlichen Lagebild zusammenführt. Bestandteil der Lösung ist zudem eine autonome Spotterkamera zur bodengestützten Beobachtung und automatisierten Zieldetektion. Da die Software hardwareunabhängig arbeitet, können bestehende Systeme unterschiedlicher Hersteller problemlos integriert und erweitert werden.
Gemeinsame Stärke schafft Mehrwert
Durch die Bündelung ihrer Kompetenzen decken die drei Unternehmen wesentliche Bausteine moderner Aufklärungs-, Überwachungs- und Drohnenabwehrarchitekturen ab. Gleichzeitig ergänzen sie die Interceptor- und FPV-Fähigkeiten des deutsch-ukrainischen Joint Ventures Germandrones UKR und schaffen damit ein umfassendes Portfolio für unterschiedlichste Einsatzszenarien.
Der gemeinsame Messeauftritt auf der Eurosatory verdeutlicht zugleich einen wichtigen Trend innerhalb der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie: Mittelständische Unternehmen erhöhen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend durch strategische Kooperationen. Statt isolierter Einzellösungen rücken integrierte Gesamtsysteme in den Mittelpunkt – ein Ansatz, der auf dem internationalen Markt zunehmend gefragt ist.
Mit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt haben Germandrones, CONDOR IMS und Tensar Systems gezeigt, dass sich gebündelte Innovationskraft und spezialisierte Technologien erfolgreich zu leistungsfähigen Gesamtlösungen verbinden lassen. Die in Paris geknüpften Kontakte könnten damit schon bald den Weg für internationale Projekte und neue Partnerschaften ebnen.


