Keenfinity teilt Sicherheitsgeschäft in Radionix und Micos auf

September 3, 2026

Keenfinity strukturiert sein Geschäft mit Einbruchmelde- und Zutrittskontrolltechnik neu. Seit dem 1. September 2026 wird der bisherige Geschäftsbereich Intrusion & Access von zwei eigenständigen Spezialunternehmen geführt: Radionix konzentriert sich auf Einbruchmeldetechnik, Micos auf elektronische Zutrittskontrolle. Beide Unternehmen bleiben hundertprozentige Tochtergesellschaften der Keenfinity Group.

Die organisatorische Trennung markiert den nächsten Schritt beim Umbau des ehemaligen Bosch-Sicherheitsgeschäfts. Ziel ist es, die beiden technologisch und marktseitig unterschiedlichen Bereiche mit eigenständigen Strategien weiterzuentwickeln. Für Kunden und Integrationspartner soll sich zunächst wenig ändern: Bestehende Produkte, Entwicklungsstrukturen und Supportleistungen werden nach Angaben des Unternehmens fortgeführt.

Im Bereich Einbruchmeldetechnik übernimmt Radionix das bisherige Portfolio. Das Unternehmen baut dabei weiterhin auf Technologien auf, die aus dem Bosch-Umfeld stammen, will künftige Entwicklungen jedoch zunehmend unter der eigenen Marke positionieren. Radionix verweist auf eine fast sechs Jahrzehnte umfassende Historie in der Einbruchmeldetechnik.

Zum CEO wurde Phil Dutoy berufen. Er gehört seit 2025 zur Keenfinity Group und war dort an der Transformation des Unternehmens nach der Herauslösung aus Bosch beteiligt. Zuvor arbeitete Dutoy in leitenden Funktionen bei Strategy&, der Strategieberatung von PwC. Unter seiner Führung soll Radionix unter anderem die Produktentwicklung vorantreiben, Integrationsmöglichkeiten ausbauen und die Zusammenarbeit innerhalb des Security-Ökosystems verstärken.

Micos konzentriert sich auf Zutrittskontrolle

Parallel dazu wird das Zutrittskontrollgeschäft unter der Marke Micos verselbstständigt. Die bisherigen Bosch-Lösungen sollen unverändert weiterentwickelt, produziert und unterstützt werden. Mit der Wiederaufnahme des Namens Micos knüpft Keenfinity zugleich an eine mehr als 40-jährige Historie im Bereich Zutrittskontrolle an.

CEO von Micos wird Gregor Schlechtriem, der zuvor den gemeinsamen Geschäftsbereich Intrusion & Access durch die Loslösung von Bosch und die Einführung der Marke Radionix geführt hatte. Seine Aufgabe konzentriert sich künftig ausschließlich auf den Ausbau des internationalen Zutrittskontrollgeschäfts.

Die Aufteilung ist damit weniger eine technische Zäsur als eine strategische Neuordnung des Portfolios. Während Produkte, Entwicklungskompetenz und bestehende Kundenbeziehungen zunächst Kontinuität erfahren sollen, erhalten Einbruchmeldetechnik und Zutrittskontrolle jeweils eigene Unternehmensstrukturen und Marktstrategien.

Für Keenfinity ist dieser Schritt zugleich ein weiterer Abschnitt der Positionierung nach dem Bosch-Carve-out. Aus einem gemeinsamen Geschäftsbereich entstehen zwei spezialisierte Anbieter, die ihre jeweiligen Produktportfolios künftig unabhängig voneinander entwickeln und vermarkten können. Entscheidend wird sein, ob die stärkere Spezialisierung neben einer klareren Marktpositionierung auch zu einer höheren Entwicklungsgeschwindigkeit und neuen Integrationsmöglichkeiten in zunehmend vernetzten Sicherheitsarchitekturen führt.

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